Ab in den Frühling – Der Februar auf Malta

Es gibt wohl nichts Besseres als der kühlen Jahreszeit zu entfliehen und irgendwohin zu fliegen wo es schön warm und sonnig ist. Aber gleich 1000nde Euro für einen Urlaub in die Karibik ausgeben?
Meine Freundinnen und ich entschieden uns für Malta. Ich fand es spannend die Insel im Februar kennenzulernen, denn ich kannte diese nur durch einen Sommerurlaub wo ich mich bei gefühlten 50 Grad durch den Tag gequält hatte. Sightseeing war damals also weniger angesagt, es war einfach zu heiß...Deswegen hatte ich eigentlich nur Maltas wunderschönes Meer und Buchten kennenlernen dürfen. Die restliche Inseln blieb also weitesgehend unerkundet.
Am Flughafen angekommen begrüßte uns schon eine warme Briese. Den nächsten Tag begannnen wir mit einem wunderbaren Frühstück auf unserem Balkon der von der Sonne geflutete wurde und es uns möglich war in T-Shirt das dringend benötigte Vitamin D aufzunehmen. Da wir zu Viert waren, hatten wir uns dafür entschieden uns ein Appartement zu nehmen und selbst zu versorgen. Auf Booking.com fanden wir dann die Portside Lodge in Marsaskala, die dort schon sehr gute Bewertungen aufweisen konnte. Die Besitzer waren herzlich und begrüßten uns spät Abends noch mit einem persönlichen Zettelchen. Auch sonst kann ich den Appartementkomplex nur weiterempfehlen, denn egal was für Anliegen wir hatten, es wurde sich prompt darum gekümmert und später sogar nochmals nachgefragt ob alles zu unserer Zufriedenheit gelaufen war 🙂

Tag 1: Marsaskala / Marsaxlokk

Es sei schon mal vorweg gesagt: Die öffentliche Infrastruktur durch Busse ist etwas mager ausgefallen auf Malta. Die meisten Buslinien gehen nur stündlich und sind auch nicht immer pünktlich 😉 Daher gibt es als Alternative unglaublich viele Taxi- und Abholservices die um vergleichsweise wenig Geld genutzt werden können.
Da wir 1 Stunde Wartezeit für den Bus nach Marsaxlokk überbrücken mussten, erkundeten wir Marsaskala ein wenig. Ein nettes kleines Örtchen mit guten Restaurants und direkt am Meer gelegen. Zudem bietet dieser Ort auch eine gute Anbindung für weitere Ausflüge und Seightsseingtouren. An diesem Tag bekam es an die 20 Grad und wir konnten die Stadt mit T-Shirt erkunden - HERRLICH!!!

Danach ließen wir uns das Vegnügen nicht entgehen den Bus nach Marsaxlokk zu nehmen. Marsaxlokk ist bekannt als kleines uriges Fischerdorf und was wäre besser als dort den frischesten Fisch unseres Lebens zun essen? Sehenswert ist auf jeden Fall der Hafen, in dem Hunderte kleine Fischerbötchen anlegen und man gemütlich am Pier entlang schlendern kann. Im Reiseführere wurde uns dann das Restaurant IL Bukket empfohlen, also bestellten wir uns eine riesige "Fish Platter". Leider kann ich die Empfehlung dieses Restaurants nicht weiter teilen....
Zurück ging es dann wieder mit dem Bus, der uns mit 20 MInuten Verspätung entgegenkam 😉

P.S. Ein gutes Restaurant in Marsaskala ist das 47 Summer Nights Pup & Grill, unbedingt den Sweet Chilli Chicken Salad probieren!!

Tag 2: Valletta

Eigentlich stand heute Popeye Village an der Tagesordnung. Wir warteten eine Stunde auf den Fahrer der uns abholen sollte, doch dieser hatte uns eindeutig vergessen. Die Rezeptionisten der Portside Lodge kümmerten sich darum und buchten den Trip af den morgigen Tag um.
Daher ging es nach einem köstlichen Frühstück in der Sonne direkt nach Valletta, der Hauptstadt Maltas. Von Marsaskala aus ist die Stadt innerhalb von 40 Minuten mit dem Bus zu erreichen, ohne umsteigen zu müssen.
Valletta sollte man auf jeden Fall gesehen haben. Allein schon das Eingangstor ist beeindruckend und die vielen engen Starßen und Gassen die rauf und runter führen sind faszinierend. Nach einem ersten Stadtbummel sahen wir uns das Teatro Manoel an. Es empfielt sich hier einen Audio Guide zu nehmen um etwas mehr zu errfahren. Ein kleines aber schönes Theater und wenn man Glück hat, kann man den Musikern bei den Proben zusehen 😉

Gute essen kann man Im Cafe Cotina. 1000 Tauben bettelten uns zwar ununterbrochen um Futter an und pickten sogar an unseren Schuhen und Rucksäcken, doch das köstliche Mahl entschädigte auch das.

Da es auch an diesem Tag wieder wunderbar sonnig war, ging es weiter in die Upper Baracca Gardens um uns die Kanonen von Valletta anzusehen und einen bessern Blick auf die umliegenden Städte und den prächtigen Hafen zu bekommen.  Um 14:00 und 16:00 kann man hier auch den Abschuss der Kanonen bewundern.

Unsere Tour führte uns weiter in den Grand Masters Palace - meiner Meinung nach eine absolutes MUSS! Die Räumlichkeiten waren mehr als prächtig und das anschließende Museum, das eine Vielzahl an Rüstungen und altertümlichen Waffen beherbergte, war nicht weniger faszinierend. Dieser Palast bekommt eindeutig ein Daumen-hoch von mir, denn er konnte mich absolut von seiner Schöhnheit überzeugen 🙂

Seit ein paar Jahren habe ich es mir zu einer Art Tradition gemacht, im Hard Rock Cafe essen zu gehen wenn es eines in der Stadt gibt in das ich gereist bin. Und auch in Valletta wurde ich wieder fündig, direkt am Hafen. Im Sommer unbedingt draußen sitzen und den Blick auf das Wasser genießen! Also vernaschte ich dort noch meine geliebten Onion Rings bevor es wieder ab nach Marsaskala ging.

Tag 3: Popeye Village

08:15 Tagwache - Den Tagesausflug nach Popeye Village konnten wir am Vortag direkt in der Portside Lodge buchen 🙂 Der Fahrer holte uns ab und brachte uns durch den dichten Morgenverkehr Maltas nach Sliema, wo wir zu einer Gruppe in einen anderen Bus zustiegen. Dieser brachte uns nach einer weiteren längeren Fahrt zu den alten Filmkulissen von Popeye, damals mit Robin Williams in der Hauptrolle. Gesamte Fahrdauer: 1,5 Stunden.

Von der Kassiererin wurde wir mit folgenden Worten begrüßt: " Ja euch kenne ich. Hab mir schon gedacht dass ihr das seit, als ich euch gesehen hab". Tja...Da ist das gestrige Abholchaos wohl bis hierher vorgerdrungen.

Das Dörfchen ist total süß und bunt - so wie mna sich eine Comicstadt nun mal vorstellt. Olive und Popeye begrüßten uns herzlich und versuchten uns den ganzen Tag über zu Aktivitäten zu motivieren. Die Animateure sind fleißig und bieten den ganzen Tag über eine Show, an der man sich auch selbst beteiligen kann wenn man das möchte. Allerdings ist das Programm sehr stark auf Kinder ausgelegt, weswegen man als Erwachsener nach einiger Zeit nicht mehr weiß wie man sich weiter beschäftigen soll.
Die Kulissen an sich sind von außen gesehen total nett und man kann sich toll in die Atmosphäre von Sweethaven hineinversetzen. Innen allerdings, werden die Häuser etwas vernachlässigt, denn sie wirken etwas schmutzig und auch umgefallene Figuren werden nicht wieder aufgestellt. Allerdings kann dies an den niedrigen Besucherzahlen im Winter liegen - Möglich dass es im Sommer ganz anders aussieht.

Die Bucht am Abend ist unglaublich romantisch. Ich kann also nur empfehlen sich bei Sonnenuntergang in die Bucht zu setzen und diesen einfach nur zu genießen.
Fazit des Tages: 2-3 Stunden hätten auch gereicht um einen Eindruck von Popeye Village zu bekommen.

Tag 4: Gozo

In der Portside Lodge haben wir gleichzeitig zu unserem Trip nach Popeye Village auch gleich eine Hop-on-hop-off-Tour nach Gozo gebucht. Abfahrt alo wieder um 07:30. Mit der Fähre ging es dann Richtung Gozo. Der heutige Tag war der Erste, der etwas ungemütlicher war, denn schon am Hafen angekommen pfiff uns ein kalter und fester Wind entgegen. Gott sei Dank waren wir gut ausgerüstet und so ging es gut gelaunt und gespannt los.

Erster Stopp: Ramla Bay - ein einzigartiger Strand mit rot-goldenem Sand. Das Schöne war, dass wir quasi den gesamten Strand für uns alleine hatten. Ein Traum!
Der nächste Stopp waren die Giant Temples. 2 Tempel die ca 3000 v. Chr. erbaut und Mutter Natur gewidmet waren. Leider hinterliesen die Gezeiten ihre Spuren und Elemente mussten aufgrund von Zeichnungen wieder rekonstruriert werden. Heute wird die Anlage durch ein Gerüst getsützt um einen weiteren Verfall zu verhindern.

Wir hatten 45 Minuten bis uns der Bus wieder einsammelte und es weiter ging nach Victoria, der Hauptstadt Gozos. Eigentlich war es geplant uns die Zitatelle anzusehen, bekame aber während unseres Besuchs nur das Restaurant Café Jubelee zu Gesicht. Ein unscheinbares Äußeres, aber leckeres Essen! Ich genoss eine hausgemachte Mushroom-Chicken Pastete. Yam yam 🙂

Danach hieß es schnell sein, denn es blieben uns noch genau 9 Minuten um den nächsten Bus unseres Ausflugs zu erwischen. Unser 4. und damit letzter Stopp der Tour war das atemberaubende Azure Window, dass auch als Kulisse für die Serie "Game of Thrones" diente. Anfangs dachte ich es regnet, bis ich merkte, dass es sich um die Gischt handelte, die der starke Wind bis ans Festland trug. Meiner Meinung nach haben wir trotzdem das perfekte Wetter erwischt, denn die Stimmung die sich uns bot war malerisch schön. Die Wellen schlugen meterhoch an die Felsen und die Sonne bahnte sich ihren Weg langsam durch die dichte Wolkendecke. Lange stand ich auf einem Felsen und beobachtete einfach nur das wild gewordenen Meer. Am liebsten wollte ich gar nicht mehr weg, denn die Szene die sich mir bot, gehörte zu den Schönsten die ich je gesehen habe.

Bei der Rückfahrt bekamen wir noch den Insider-Tipp in St. Julien auf Malta feiern zu gehen, da dies anscheinend das Partyviertel der maltesischen Jugend sei 😉

Tag 5: Mdina / Hypogeum

An diesem Tag buchten wir uns für 16€/Person ein Taxi für den ganzen Tag, da die Busverbindungen für unsere heutigen Pläne recht spärlich angelegt waren.

Auch heute war es recht windig und deswegen war es gut, dass wir uns für Mdina etwas wärmer angezogen hatten. Mdina ist eine wunderschöne, mittalterlich angehauchte Stadt, aber nicht dem Verfall nahe sondern sehr gut erhalten. Als wir durch die engen Gassen schlenderten, kamen wir aus dem Staunen gar nicht mehr raus und wollten am liebsten jedes Gebäude per Kamera festhalten. Da wunderte es mich nicht, dass Mdina als Filmkulisse für "Game of Thrones" diente, denn eigentlich musste hier fast nichts verändert werden. Sogar Littlefingers Lusthaus wurde gesucht und gefunden 😛

Der Vorteil: In nur ca einer 3/4 Stunde hat man die gesamte Stadt begutachtet und wir hatten Zeit für ein ausgiebiges Mittagessen. In der Fontanella gab es eine superschöne Dachterrasee mit Windschutz, somit konnte man die Mahlzeit in Ruhe und Wärme genießen. Gegen 14:00 gin es weiter ins Hypogeum, einer unterirdischen Grabstätte für die wir eine Tour gebucht hatten. Leider war es nicht gestattet Fotos zu machen, jedoch kann ich sagen, dass es beeindruckend war obwohl ich mich unter der Erde meist unwohl fühle. Man kann sich nur schwer vorstellen, dass dies alles von Menschenhand geschaffen wurde. Also ein aboluter Tipp von mir!!!

Tag 6: Falknerei / Blaue Grotte / Ggantija Tempel

Mein Tipp ist es die Falknerei zu besuchen. Die Besitzerin ist total nett und offen und erzählt gerne von den Geschichten ihrere Tiere. Im Gespräch kam herraus, dass viele der Vögel aus Misständen gerrettet wurden und so ein neues liebevolles zu Hause fanden. Es gab mir ein gutes Gefühl zu wissen, dass die Tiere mit viel Liebe behandelt werden und nun in den richtigen Händen sind. Ein Highlight ist es natürlich die Möglichkeit zu bekommen ein paar davon zu halten und zu streicheln 🙂 Der Besuch dort ist also auf jeden Fall jede Minute eurer wertvollen Zeit wert: Hier könnt ihr mehr Infos zur Falknerei finden.

Nachdem wir in der Falknerei eine tolle Zeit verbracht hatten, nahmen wir uns eine abenteuerliche Reise zur blauen Grotte vor, die aus 2 Busfahrten und einem Fußmarsch bestand. Da das Wetter an diesem Tag wieder traumhaft war und der Wind sich gelegt hatte, fuhren die Boote auch wieder zur blauen Grotte. Die Fahrt ist auf jeden Fall jeden Euro wert. Während der 15-minütigen Reise kann man nicht nur das türkisfarbene Wasser bewundern, sondern auch die gigantischen Felsformationen und Höhlen.

Um etwas Zeit zu sparen nahmen wir dann um 5€ ein Taxi zu den Ggantija Tempeln. Wer sich für Geschichte interessier, ist hier also absolut richtig 🙂 Das Gebiet eignet sich auch toll zum wandern.

Mein Fazit für Malta: Absolut sehenswert im Februar, denn es ist noch nicht zu heiß um außreichend Sightseeing zu machen, aber auch nicht zu kühl um die Winterjacke einzupacken. Allerdings sollte man sich auf windige Tage gefasst sein und sich dementsprechend ausrüsten 🙂

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